Shareconomy Schweiz – Wieso steht nur das Thema Regulierung im Vordergrund?

Shareconomy3Ein paar launische Bemerkungen zum Einstieg

Seit einiger Zeit ist #Shareconomy oft präsent in den Medien (siehe vorgängiger Blogbeitrag). Auch die EU scheint auf dieses Businessmodell aufmerksam geworden zu sein und erstellt einen Bericht, worin auch über Regulierung gesprochen werden wird. Ich frage mich immer wieder, weshalb dieses Thema so in den Vordergrund gerückt wird? Haben wir es hier auch mit #SpinDoctors zu tun? Wer profitiert davon, der Konsument oder die Mitbewerber? Ist Regulierung ein Mittel Veränderungen zu verlangsamen?

Viele Fragen, bis heute jedoch nur Teilantworten verfügbar. Trotzdem will ich den Versuch machen, einige Ansätze zur Beantwortung zu liefern.

 Zum eigentlichen Thema

Vor einigen Tagen habe ich einen interessanten Bog entdeckt. www.regulierung.ch wird von der University St.Gallen resp. Peter Hettich geschrieben und beleuchtet das Thema #Regulierung aus verschiedenen Perspektiven.

Die Argumente der Befürworter und Gegner einer Regulierung segeln – je nach Anliegen und Perspektive – unter den Stichworten „Amtschimmel“, „Überregulierung“, „Nanny-Staat“, „Konsumentenschutz“ oder „Sozialdumping“. Angeprangert wird entweder die maßlose, überbordende und unmenschliche Wirtschaft oder die innovationsfeindliche, teure und bürokratische Verwaltung.

Es gibt einige interessante Betrachtungen zu verschiedenen Themen in Zusammenhang mit der Regulierung:

  1. Der Taxikrieg (ob «Krieg» das richtige Wort ist, bleibe dem Leser überlassen)
  2. KMU-freundliche Regulierung: c’est quoi?
  3. Der Regulierungsradar (eine gelungene Übersicht)
  4. Was sind zweckmäßige Regulierungen?

Nun aber zum Beantwortungsversuch der gestellten Fragen.

  1. Ich frage mich immer wieder, weshalb dieses Thema so in den Vordergrund gerückt wird?

Ich kann mir vorstellen, dass es für die Medien interessanter erscheinen mag – Einschalt-/Leserquoten – z.B. aus der Perspektive des «Taxikriegs» zu sprechen. S«olche Beiträge werden gelesen, währenddessen eine profunde Auseinandersetzung mit dem Businessmodell «Sharing Economy» nur spezifisch Interessierte anzulocken vermag.

Nichtsdestotrotz wäre es wünschenswert, wenn die Medien auch die Vorteile und den Nutzen für den Konsumenten etwas näher betrachten würden. Selbstverständlich gibt es einige gute Versuche dies zu tun (siehe www.bilan.ch demnächst).

  1. Haben wir es hier auch mit #SpinDoctors zu tun?

Ich glaube nicht dass sich die Spin-Doctors gegenwärtig damit befassen. Dafür bräuchte es mehr politisches Interesse am Thema #Shareconomy. Zudem ist die Situation noch zu wenig «bedrohlich» für die Wirtschaft. Diese haben andere Strategien gewählt um in der Sharing Economy mitzumischen. Erwähnt seien hier vor allem die Automobilhersteller, welche eigene Angebote realisiert haben und sich auf diese Weise den Rücken frei halten und beim #carsharing Business dabei zu sein. Als Beispiele seien hier erwähnt www.car2go.com, www.de.drive-now.com und neuerdings auch Volvo.

  • Wer profitiert davon, der Konsument oder die Mitbewerber?

Wer profitiert davon ist eigentlich die Schlüsselfrage. Regulierungen sind eigentlich vom Staat als Instrument gewählt worden, um allen Beteiligten eines Marktes identische Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. An dieser Stelle möchte ich Aymo Brunetti, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Bern kurz zitieren (Quelle: NZZ vom 20.5.2014). Obwohl Prof. Brunetti im Kontext des Finanzplatzes Schweiz befragt wurde, scheint mit seine Aussage doch von Interesse auch für die Sharing Economy

Für die Regulierung ist es wichtig, den Markt und auch den Marktzugang möglichst offen zu lassen, damit kleine Firmen entstehen können, welche die Diversifikation weiter vorantreiben können.

Wenn diese Aussage zutrifft, dann könnte es durchaus Sinn machen regulatorische Massnahmen in Kraft zu setzen.

  1. Ist Regulierung ein Mittel Veränderungen zu verlangsamen?

Diese Fragestellung mag etwas «emotional angehaucht» erscheinen, doch kann man sich durchaus diese Frage stellen. Junge Start-Ups habe zwar gute Ideen aber vielfach wenig Mittel diese umzusetzen. Vor allem fehlen Mittel für die Vermarktung und sicherlich auch für eine umfassende juristische Betreuung.

Mit Regulierungsmaßnahmen kann man z.B. Uber wenig anhaben, wenn man bedenkt wer an dieser Firma auch beteiligt ist (www.google.com) und über welche finanziellen Mittel dieser Anbieter verfügt.

Anders scheinen AirBnB und HouseTrip mit dem Thema umzugehen. Während AirBnB sich über Nachahmer beklagt, geht HouseTrip des Thema proaktiv an, wie der Gründer anlässlich eines TEDx Auftritts erklärte, indem man den Kontakt zu den Regulatoren sucht.

Die Tatsache,  dass sich immer mehr «Grosse» für den Shareconomy-Markt zu interessieren scheinen stellt ein gewisses Risiko für die «Kleinen» dar. Der Konsument kann dies jedoch beeinflussen (zumindest ein wenig), indem er den lokalen Anbietern eine Chance gibt. Regulierung alleine reicht aber nicht aus. Es braucht mehr Visibilität und Kommunikation der Angebote.

Schlussbemerkungen

sharecon logoIch bin gespannt auf den kommenden Sharecon Event vom 2.10.2014 in Bern. Vor allem bin ich neugierig zu sehen, ob sich die Schweizer Medien und die Politik für das Thema interessieren lassen.

Apropos: Sharecon geht hier mit dem guten Beispiel voran und organisiert Fahrgmeinschaften zur Anreise an den Event. Dies wurde ermöglicht dank einer Zusammenarbeit mit Hitchhike.

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Kategorien:Business Modelle, Politische Aspekte, Regulierung

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