Pendler Experiment von Coop ist gescheitert…

Aus Fehlern lernenEin paar launische Bemerkungen zum Einstieg:

Täglich lesen wir über unsere Probleme mit der so geliebten Mobilität. Täglicher Verkehrsstau, Stehen in der S-Bahn, damit scheinen wir uns abgefunden zu haben. Umso erstaunlicher ist doch die Tatsache, dass innovative Lösungsansätze es so schwer haben.

Ein Beispiel illustriert der nachfolgende Bericht, welcher heute in der Tagespresse publiziert wurde.

Zum eigentlichen Thema:

StaubildZürichZum Einstieg ein paar Fakten (Quelle: BFS): in der Schweiz pendeln 3,7 Mio. Menschen täglich zur Arbeit. Dies bedeutet, dass fast ein Viertel der täglich gefahrenen 36 km/Fahrzeug für den Arbeitsweg aufgewendet werden.

Fahrgemeinschaften gelten als ökologisch und ökonomisch sinnvolles Modell, um den Stau auf den Strassen und die Umweltbelastung zu verringern. Gemäss der jüngsten Verkehrsbefragung des Bundes (2010) ist ein Pendlerauto im Schnitt bloss mit 1,12 Personen besetzt – deutlich weniger als bei Freizeitfahrten (1,99) oder Fahrten für Einkäufe (1,64).

Betrachtet man diese Zahlen möchte man eigentlich glauben, dass die Voraussetzungen für die Bildung von Fahrgemeinschaften eigentlich gegeben sind.

Ein grosser Retailer der Schweiz – Coop – hat einen Versuch unternommen, seine Mitarbeitenden für die Bildung von Fahrgemeinschaften zu motivieren. Ein entsprechender Pilotversuch wurde in der Region Olten, wo Coop ein grosses Verteilzentrum hat, durchgeführt.

Stefan Hähne schreibt nun in einem sehr guten und interessanten Artikel, welcher am 23.4. im Tagesanzeiger erschienen ist

Der Grossverteiler hat in seiner Einkaufs- und Verteilzentrale in Wangen bei Olten getestet, ob sich das Personal dazu animieren lässt, Fahrgemeinschaften zu bilden und diese zu pflegen. Im letzten Herbst startete er dazu eine Umfrage unter den 900 Mitarbeitern in Verwaltung und Logistik. 100 haben daran teilgenommen, davon hat gemäss Coop jeder Vierte Interesse bekundet. Wie sich nun zeigt, sind selbst aus diesem kleinen Kreis keine Fahrgemeinschaften entstanden. Coop bedauert das eigenen Angaben gemäss, zeigt sich aber nicht weiter überrascht: «Wir haben damit gerechnet, dass die Umsetzung schwierig sein dürfte», sagt Sprecher Ramón Gander.

Das Experiment gilt somit als gescheitert.

Sehr schnell versucht man Erklärungen für dieses Scheitern zu finden. Einige mögliche Ansätze werden im erwähnten Artikel auch aufgeführt:

Der Berner Mobilitätsexperte Franz Mühle­thaler hat die Umfrage mit Coop mitgeplant. Und dabei aufgezeigt, wie sich das Personal über Anreize für Fahrgemeinschaften gewinnen liesse, etwa mit bevorzugten Parkplätzen am Arbeitsort. Coop habe aber die Vorschläge praktisch durchwegs abgelehnt, sagt Mühlethaler.

Zudem habe Coop bei den Mitarbeitern zu wenig darauf insistiert, am Experiment teilzunehmen. «Wir können daher nicht zuverlässig sagen, wie gross der Erfolg wäre, wenn sich das Management für Fahrgemeinschaften tatsächlich einsetzen und optimale Bedingungen für die Einführung schaffen würde.»

Dass Coop mit diesen Statements nicht zufrieden sein kann ist nicht weiter verwunderlich, was aus nachfolgender Stellungnahme entnommen werden kann:

So hätten die Verantwortlichen die Mitarbeiter auf die Vorzüge des Systems hingewiesen, etwa, dass Fahrgemeinschaften den Ausstoss von Treibhausgasen mindern würden. «Wir wollen unseren Mitarbeitenden aber nicht vorschreiben, wie sie zur Arbeit kommen sollen», sagt Sprecher Gander. Für Coop ist es deshalb nicht infrage gekommen, die Mitarbeiter explizit aufzufordern, den Fragebogen auszufüllen. Auch von einer Erinnerungs-E-Mail an die ­Belegschaft hat Coop abgesehen.

Abschliessend möchte ich Henry Ford zitieren, welcher sagte:

«Failure is simply the Opportunity to begin again this time more intelligently»

Ohne konsequentes Vermarkten, Kommunizieren und Motivieren können Veränderungen nicht vollzogen werden. Wir haben heute die technischen Mittel, jedoch nutzen deren Möglichkeiten noch viel zu wenig.

Carsharing, Ridesharing gehören u.a. zu den Shareconomy-Lösungsansätzen, welche ohne massive Investition in die Vermarktung ihr volles Potenzial nur schwer ausschöpfen können.

Gefragt und gesucht sind heute mutige und visionäre Investoren, welche in die Zukunft investieren.

Wir bleiben dran!

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Kategorien:Presseartikel

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