Was hat Shareconomy mit „Terror des Teilens“ zu tun?

whatsmineisyoursEin paar launische Bemerkungen zum Einstieg:

Es geht mit riesigen Schritten auf das Jahresende zu. 2013 war in interessantes Jahr für die Shareconomy. Aber es hat auch einige Zweifler und Kritiker aus den Büschen gelockt, welche hinter jeder Shareconomy-Lösung den „Teufel“ versteckt sieht.

Ich möchte jedoch auf keinen Fall die letzte Shareconomy-Meldung des Jahres einem Zweifler überlassen, denn – wie meine Eltern schon sagten – man fängt das neue Jahr so an, wie man das alte Jahr beendet.

Zum eigentlichen Thema:

Die FAZ ist ja weit herum bestens bekannt für seinen qualitativ guten Journalismus. Es ist trotzdem überraschend festzustellen, dass gerade die FAZ sich eher „kritisch“ zum Thema #Shareconomy äussert.

Heute Montag, den 23. Dezember 2013 wird ein äusserst kritischer, aber lesenswerter Artikel „Shareconomy: der Terror des Teilens“ publiziert, welchen man unter folgendem Link in der Rubrik „Feuilleton“ in voller Länge nachlesen kann.

Die amerikanische Autorin Rachel Botsman, die in ihrem Buch „What’s Mine Is Yours: The Rise of Collaborative Consumption“ schon vor drei Jahren über die Shareconomy geschrieben.

What’s Mine is Yours charts the rise of a rapidly growing socioeconomic groundswell, Collaborative Consumption. It describes how technology enabling the sharing and exchange of all kinds of assets from money to cars to skills to stuff in ways in ways and on a scale never possible before. (Quelle: http://www.rachelbotsman.com/book/)

Wir leben in einer Zeit des technologischen Wandels, einer signifikanten demographischen Veränderung und einem damit einhergehenden Wertewandel, welchem wir uns einfach nicht verschliessen können. Neue Ideen haben immer Zweifler und Kritiker (aka Experten) aus dem Busch gelockt, welche sehr schnell „Argumente“ finden, weshalb diese neue Idee nicht funktionieren kann oder soll.

Es ist einfach nicht von der Hand zu weisen, dass der masslose, unüberlegte Konsum nicht so weitergehen kann. Ob dies aus Gründen der Ökologie geschieht, oder aus anderen Überlegungen ist eigentlich egal. Es ist jedoch klar absehbar, dass immer weniger Arbeit auf mehr Menschen verteilt werden muss und somit die zukünftigen finanziellen Einkommen nicht mehr dieselben sein werden wie in der Vergangenheit. Dass man sich daher neue Businessmodelle überlegt, erachte ich nicht als „messianische Message“ (siehe FAZ Artikel), sondern als eine sinnvolle Konsequenz und Überlegung, wie wir unsere Ressourcen sinnvoller einsetzen können. Dass Menschen, welche etwas besitzen, dies mit anderen teilen wollen, gegen eine finanzielle Entschädigung hat mit „Kommunismus“ wenig zu tun (siehe FAZ Artikel).

Shareconomy als „Lüge des Teilens“ zu bezeichnen, weil es sich vermeintlich nicht um „teilen“ handelt sondern um „tauschen“, ist eine gewagte Aussage. Warum soll es nicht möglich sein, dass Micro-Unternehmen eine Leistung anbieten zu einem fairen Preis, als Alternative zu teilweise überhöhten Preisen der „traditionellen Distribution“ gehört meiner Meinung nach zum normalen Nachfrage-Angebot-Mechanismus eines freien Marktes.

  • Warum soll ich etwas wegwerfen, nur weil ich es nicht mehr benötige?
  • Warum soll ich mein Wissen und Arbeitskraft nicht mit anderen teilen und dafür bezahlt werden?
  • Warum soll ein Rentner – sofern er dies will oder möchte – seine Zeit nicht zur Verfügung stellen und damit jemandem helfen?
  • Warum soll ich eine Wohnung, welche wochenlang leer steht, nicht mit jemandem teilen oder tauschen während der Ferienzeit?
  • usw.

Solange die Nachfrage nach alternativen Angeboten besteht, wird auch die Shareconomy weiter bestehen. Einziges Kriterium ist und bleibt die Qualität der Dienstleistungen und das Preis-/Leistungsverhältnis. Mit Kommunismus hat dies überhaupt nichts zu tun. Dass dieses Modell nicht funktioniert, sollte man inzwischen gelernt haben.

Ich wünsche allen Startups der Shareconomy-Welt weiterhin viel Erfolg und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Wir bleiben dran!

 

 

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