Unterwegs in der Zukunft – „Mobilität 2025“ Event bei GDI Rüschlikon am

Mobilitaet2025Ein paar launische Bemerkungen zum Einstieg:

Wie wir in Zukunft unterwegs sind, ist eine zentrale Frage unserer Zeit. Visionen gibt es genug, aber auch Experten, welche uns den Ausweg aus dem täglichen Stau erklären versuchen. Begriffe wie „verursachergerechtes Mobility Pricing“ fallen fast täglich, wobei die Frage noch offen ist, wer hier der Verursacher ist. Ist es der Arbeitnehmer, welcher zu festgelegten Zeiten am Arbeitsplatz erscheinen muss, oder ist es die Unternehmung, welche die Zeiten vorgibt. Je nach Sicht der Dinge müsste noch geklärt werden, wer den Preis bezahlen darf.

Zum eigentlichen Thema:

Am 22.10.2013 fand in den Räumlichkeiten des GDI in Rüschlikon eine Veranstaltung statt, welche vom Tages-Anzeiger Forum Executive AG organisiert wurde. Titel der Veranstaltung war „#Mobilität2025 – Ideen und Services für den Konsumenten von Morgen“. Dazu noch einige Zusatzinformationen und Videos.

Highlights der Konferenz

OEVAUTOICHVorstellung der  Mobilität 2025 Studie, welche von GDI im Auftrag der SBB durchgeführt wurde. Daraus wurde u.a. einmal mehr ersichtlich, dass aus dem heutigen Massenverkehr die individuelle Mobilität entsteht. Der Konsument steht vor der Wahl, dass er heute – mehr oder weniger freiwillig – sein Verhalten verbessern kann. Die Alternative liegt darin, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit – morgen – die Veränderung mit autoritären Mitteln forciert werden wird.

StadtLandDazu ist es jedoch unabdingbar, dass man sich noch verstärkter mit den Bedürfnissen der Menschen auseinandersetzt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass #Mobilität aus der Perspektive von Städtern anders aussieht, als von Menschen, welche in ländlichen Gegenden leben und arbeiten.

SecurityAuch die demographische Veränderung muss unbedingt berücksichtigt werden. Wenn man den Analysen der #SBB Rechnung trägt, welche davon ausgehen, dass bis ins Jahr 2030 die Mobilität in der Schweiz um 60% wachsen wird und dass im selben Zeitrahmen 40% der Bevölkerung 65plus Jahre jung ist, so wird einem relativ schnell klar, dass die alten Rezepte – Ausbau der Infrastruktur – einfach nicht mehr ausreichen wird.

Es geht immer mehr darum „mobil zu sein, weil es Sinn macht und nicht weil wir es können und es günstig ist“. Die Konsequenz daraus ist, dass wir einen immer flexibleren Lebensstil haben werden. In Zukunft werden wird uns auch als Individuen diversifizieren und mehrere Arbeitgeber haben, wobei wir unterschiedliche Rollen einnehmen werden.. Diese Entwicklung kann nicht aufgehalten werden.

Begleitung zu der Studienvorstellung fanden Diskussionspanels statt zu folgenden Aspekten (hier ein Auszug davon):

  • Google Maps EMEA – Raphael Leiteritz – welcher einen Einblick in die Vision von Google gab. Eine Vision, welche darin besteht das gesamte Internet auf die Karte zu bringen und so dem Konsumenten (1 Mrd Menschen nutzen bereits diese App) die Möglichkeit anbietet nicht nur die Route zu planen, sondern auch noch Leistungen rund um den Ort begutachten und buchen zu können. Dabei wird den Empfehlungen seiner Freunde (z.B. Google+ Kreise) eine grosse Bedeutung zukommen.
  • Unter dem Titel „Mobile Welt 2025: Vision Totalkollaps oder Sorglospaket?“, diskutierten Vertreter des Bundesamtes für Raumentwicklung, des Bundesamtes für Strassen und des VÖV (Verband öffentlicher Verkehr) kontrovers über die kommenden Herausforderungen. Interessant sind dabei die folgenden Feststellungen: Der Schweizer hat sehr hohe Ansprüche an die Mobilität und die Probleme liegen heute eher in der Agglomeration als in den Städten. Das Verkehrswachstum der letzten 20 Jahre hat sich vor allem im Nationalstrassenbereich verdoppelt, wobei er bei den Staats-/Gemeindestrassen eher konstant geblieben ist.
  • „Sharing Economy in der Mobilität“ war das Thema eines Panels, welcher mit Vertretern aus der ETH Zürich, Daimler Mobility Services, Mobility Genossenschaft und Mobility Solutions der Schweizerischen Post besetzt war. Für die #shareconomy war es interessant eine Bestätigung des Potenzials zu erhalten, wobei nicht vergessen ging, dass diese Potenziale – #carsharing, #carpooling, #ridesharing usw. – nur realisiert werden können, wenn massgebliche Hürden überwunden sind. Dazu gehören ein latenter Widerstand zur Veränderung, Bedarf nach Sicherheit, hohe Ansprüche und Vertrauen usw.Andererseits ist der ständige Druck auf die Nachfrage auch eine grosse Chance für #Shareconomy-Modelle. Eine Schlüsselfrage ist und bleibt, wer die transformative Investition bezahlen soll oder will.
  • „Wachstum – begrenzt oder grenzenlos? Wohin steuern wir mit unserer Mobilität?“ war das Diskussionsthema für Vertreter des TCS, VCS, Mountain Wilderness, ETH/IVT und einem Nationalrat und Transportunternehmer.

Abschliessend möchte ich folgendes Fazit aus dieser Konferenz schliessen:

  1. Sehr gut organisierter Event mit einem umfassenden Themenspektrum, welches die Komplexität der Problemstellung verdeutlichte.
  2. Die politische Diskussion ist mehr als notwendig, wollen wir den Bedürfnissen der Menschen und Unternehmungen weiterhin gerecht werden. Dabei wird es immer wichtiger einen lösungsorientierteren Ansatz zu wählen und das Lobbyieren und Ideologisieren in den Hintergrund zu stellen.
    Ich möchte an dieser Stelle Dr. Manfred Winterheller zitieren, welcher sagt: „Es wird immer wichtiger den Unterschied zwischen erfolgreich sein und recht haben zu erkennen.“
  3. Shareconomy bedarf noch viel mehr Präsenz und Erklärungen. Die Reduktion auf #carsharing und #carpooling kommt der Sache nicht gerecht. Wollen wir mit der Shareconomy aus dem Nischendasein herauskommen, muss noch viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden. Dies werden wir mit sharecon.ch – dem Verein für die Sharing Economy Schweiz – in Angriff nehmen. Mehr dazu in wenigen Tagen.
  4. Es bedarf noch mehr Diskussion und Austausch zum Thema „wie managen wir die notwendige Verhaltenveränderung“. Es reicht dabei nicht aus einfach von mobility-pricing zu sprechen. Gefragt sind nicht nur die Politik, sondern auch die Shareconomy Unternehmen, um über Anreizmöglichkeiten zu sprechen bis hin zu Kooperationen. Es wird mehr als schwierig werden, wenn jeder für sich allein agieren will. Nur gemeinsam d.h. traditionelle Unternehmen + Shareconomy + Politik können wir die Ziele und Herausforderungen der Zukunft erreichen resp. meistern.

Wir bleiben dran!

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Kategorien:Business Modelle, Politische Aspekte, Studien und Whitepapers, Uncategorized

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2 replies

  1. Danke für die Einladung. Werde mir die Sache anschauen, vor allem terminlicher Natur. Als Student kann ich mich nicht mehr bezeichnen und möchte auch keinen Studienplatz wegnehmen. Gerne möchte ich aber teilhaben am Projekt und in anderer Form „journalistisch“ abdecken, nämlich via diesen Blog einerseits und andererseits via http://www.sharecon.ch.
    Wenn das so ok ist für euch, bitte melden.

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