Das Schweizer Paradox – Pendler wollen allein im Auto sitzen

pendlerimstau
Ein paar launische Bemerkungen zum Einstieg.

Seit Wochen wird das Thema #Mobilität kreuz und quer durch die Medien getragen. Unsere Denkfabrik #AvenirSuisse hat mit ihrem Papier das Thema publik gemacht und eine riesige Diskussion ausgelöst (siehe früher Blogbeitrag). Im Tagi von heute werden „Untersuchungen des Bundes“ und andere Statistiken angesprochen, welche der Leser nicht kennt und die Kurzbefragung im Artikel kann auch nicht als repräsentativ betrachtet werden.

Am Ende haben die Leser ein „diffuses“ Bild über die Situation und die möglichen Angebote und Lösungsansätze, was der Sache – wie können wir sinnvoller mit der heutigen Infrastruktur und Energie umgehen – nicht unbedingt dienlich sind.

Zum eigentlichen Thema

pendlerimstauimzug

Ich bin aber immer wieder erstaunt über die Kommentare und Emotionen, welche solche Artikel in den Tageszeitungen auslösen. Der heutige Tagesanzeigerartikel hat eine relativ grosse Reaktion der Leser zur Folge gehabt. 216 Kommentare innert kürzester Zeit mit den unterschiedlichsten Meinungen und Emotionen:

  • Intervention des Staates gefällt den wenigsten Kommentatoren
  • Viele weisen darauf hin, dass die unregelmässigen Arbeitszeiten ein #ridesharing schwierig gestalten
  • Auch erwähnen einige das Problem, dass der Arbeitsort nicht immer günstig gewählt wird von Unternehmungen
  • Wiederum andere verweisen auf den Bedarf nach #privacy im Fahrzeug und den Bedarf nach #Ruhe am Schluss eines Tages
  • Aber es gibt auch Befürworter von #sharing-Lösungen, wenn diese denn bekannt wären

Das Problem bei solchen Zeitungsartikeln liegt darin, dass ein Journalist (leider) versuchen muss mit wenigen Worten einen komplexen Sachverhalt darzustellen. Im vorliegenden Falle erweist sich dies jedoch als eine grosse Hürde:

  • Begriffe wie #carpooling, #Fahrgemeinschaften und #Mobilitätsmanagement werden aufgeführt, ohne dass sich der Leser ein genaues Bild machen kann, was diese Begriffe bedeuten.
  • #carpooling und #carsharing sind nicht immer dasselbe. Ebenso kann eine #Fahrgmeinschaft auf unterschiedliche Art realisiert werden nämlich mit #carpooling, aber auch mit #ridesharing. Im einen Fall benutzen mehrere Personen dasselbe Fahrzeug (z.B. bei #Mobility oder in Zukunft bei #Sharoo). Im anderen Fall geht es vielfach darum, dass man gemeinsam von A nach B fährt. Deshalb wird dies ja auch als #Ridesharing bezeichnet.
  • Es gibt als mögliche Zielgruppen in diesem Mobilitätsumfeld nicht nur #Pendler, sonder auch andere, welche nur kurz oder gar nicht angesprochen werden. Der beste Beweis dafür erbringt z.B. heute www.bringbee.ch. Hier geht es nicht um die Zielgruppe der Pendler, sonder um diejenige der #Einkäufe. Auch das #Teilen (#sharing) dieser Einkaufsfahrten, liefert einen Beitrag zur Staureduzierung und CO2-Einsparung. Wenn man das Zahlenmaterial der ASTRA genauer anschauen resp. publizieren würde, könnte man feststellen, dass es nicht nur Pendlerfahrten gibt, welche täglich stattfinden.

Wir alle sind uns der folgenden Tatsachen bewusst:

  • wir leben auf einem Raum, welcher seine Limiten hat. Es gibt nicht mehr Platz in der Schweiz als den den wir haben;
  • wir alle lieben die Mobilität und die Möglichkeiten sich nach Lust und Laune bewegen zu können;
  • wir alle wissen, dass diese Mobilität nicht kostenlos erhältlich ist (Benzinpreis, Autobahnvignette usw.)
  • wir alle wissen, dass ohne Verhaltensänderungen alles so bleibt wie es ist und somit keine Verbesserungen möglich sind. Wir müssen uns also (ver)ändern oder es zumindest versuchen!

Die Welt rund um uns herum verändert sich. Die demographische Veränderung geht einher mit einem Wertewandel, welchen man nicht ignorieren kann.

Teilen macht Spass (Quelle: GDI Studie sharity vom März 2013);

Besitzen ist nicht unbedingt das primäre Ziel;

“Sharing is Caring“ kann auch bedeuten, dass man sich für Umwelt und Energiehaushalt interessiert und etwas dafür tun möchte.

Mein Wunsch/Appel an die Medienschaffenden

Damit die #shareconomy und die damit verbundenen #Businessmodelle eine Chance haben, öffentliche Beachtung zu erhalten und Investoren zu finden, ist es unabdingbar

  • dass die Bevölkerung die Gesamtzusammenhänge und Begrifflichkeit versteht und unterscheiden kann;
  • dass Emotionen wie „Neugierde“, „lass es uns versuchen“ oder „das sind gute Ideen“ aufkommen. Dies erleichtert vieles und dient am Ende allen Beteiligten

Besten Dank für alle zukünftigen Berichte, welche die Sache weiterbringen.

Wir bleiben selbstverständlich dran!

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Kategorien:Politische Aspekte, Uncategorized, Zum Thema Mobilität

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3 replies

  1. Hat dies auf BringBee rebloggt.

  2. Hier übrigens noch ein Link zu den Wegdistanzen nach Verkehrszweck:
    29,7% – Pendeln für Arbeit und Ausbildung
    40,2% – Freizeit
    12.8% – Einkaufen

    Es zeigt, dass Pendeln zwar wichtig, aber eine Veränderung der Mobilität im Freizeitverhalten noch wichtiger wäre. Einkaufen kommt bereits auf Platz 3 mit knap 13%.

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