Teilen statt Besitzen – Vertrauen als Erfolgsfaktor

Ein paar launische Gedanken zum Anfang

Fast täglich kann man in der Presse von Vorfällen lesen, wo Daten missbräuchlich genutzt wurden. Ich spreche hier nicht nur von sogenannten Sicherheitsmassnahmen des Staates. Die digitale Vernetzung ist grundsätzlich eine positive Entwicklung, gibt sie doch Menschen Zugang zu Informationen und Gütern, welchen sie sonst nur schwerlich erhalten würden.

Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich die Dinge langfristig in die richtige Richtung entwickeln werden.

trustCloudZum eigentlichen Thema

Die „Access society“, die Zugangsgesellschaft, hat der amerikanische Soziologe und Ökonom Jeremy Rifkin schon im Jahr 2000 propagiert: Der Zugang zu Produkten und Ideen zähle in Zukunft weit mehr als schwerfälliger Besitz. „Collaborative Consumption“, gemeinschaftlicher Konsum, nennt es Rachel Botsman, die Vordenkerin der gleichnamigen Bewegung. Rachel Botsman sieht in der neuen Vernetzung immense kulturelle und kommerzielle Sprengkraft: Der Konsument ist nicht mehr passiv, sondern speist aktiv seine Güter in den Kreislauf des Tauschens und Teilens ein – entweder aus Überzeugung oder um mit brachliegendem Besitz Geld zu verdienen oder gleich beides.

Noch ist der Anteil des Gemeinschaftskonsums an der Gesamtwirtschaft gering. Eine große Online-Umfrage des Cloud-Computing-Unternehmens Salesforce.com vor gut einem Jahr zeigte: Weniger als fünf Prozent der Befragten haben selber schon einmal Sharing-Plattformen ausprobiert. Je älter die Nutzer, desto skeptischer waren sie gegenüber dem Konzept. Insgesamt sagten aber mehr als 70 Prozent der Befragten, dass Teilen immer populärer werde.

Welche Rolle spielen die „Social-Media“ dabei? Ich stelle mir an dieser Stelle die Frage, ob die durch die sozialen Medien geförderte Vernetzung unter Freunden dazu beiträgt, dass man sich mehr Güter teilt. Ist nicht vielmehr der Fall, dass man sich „unter Freunden“ eher wenige Dinge teilt und dass dieses Teilen zu mehr als 90% unter Fremden stattfindet?

„Vertrauen“ ist die neue Bonität in der digital vernetzten Welt. Auf allen Portalen können Nutzer die Erfahrungen bewerten, die sie miteinander gemacht haben – sei es als Käufer oder Verkäufer. Wem man sein Auto oder seine Wohnung leihen oder wen man in sein Fahrzeug als Mitfahrer lassen möchte, hängt entscheidend davon ab, welche „digitale Reputation“ der Handelspartner genießt.

Dies ist auch einer der Erfolgsfaktoren resp. eine der grossen Herausforderungen alle dieser Plattformen, welche fast wöchentlich lanciert werden. Es gilt einerseits Vertrauen zu schaffen, aber andererseits an diejenigen Informationen zu gelangen, welche Ausdruck von Vertrauen sein können. Die Hürde ist jedoch hoch, da sich in der digital vernetzten Welt unterschiedliche Akteure bewegen. Viele haben noch Angst vor der Idee des „gläsernen Bürgers“.

Die Shareconomy-Plattformen werden dieses Vertrauen jedoch nur erhalten, wenn sie sicherstellen können, dass die Daten, welche die Nutzer hinterlegen mit der notwendigen Sorgfalt behandelt werden. Es darf nicht sein, dass die sogenannten Datenschutzbestimmungen oder Privacy Policy, welche man auf allen Webseiten vorfindet, nur Worte bleiben. Es geht vielmehr darum, dass die Anbieter es schaffen, von den Kunden (den heutigen, aber auch den zukünftigen) dieses Vertrauen (Trust) zu erhalten. Dazu braucht es konkrete Taten und nicht nur Worte.

Advertisements


Kategorien:Social Media und Shareconomy

Schlagwörter: , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Blog von Adrienne Fichter

Hier wird über Politisches, Partizipatives, Transparentes und andere soziale Webgeschichten gebloggt

Peter Metzinger

International speaker, lecturer and strategic campaigning consultant. Campaigner since 1982. One of the minds behind the Open Forum concept at the World Economic Forum. Proprietor and managing director of business campaigning GmbH.

Stella Schieffer

Life lessons of an entrepreneur, personal stories, travel and ideas that impress me.

The Happy Startup School – A better way to build a startup

We help you turn your startup idea into a happy, thriving business

Reply.ch - Online Marketing Schweiz

Insider Blog der Schweizer Online-Marketing Welt

foodsharing Halle

Wir retten Lebensmittel.

Sharecon

Sharing Economy Switzerland

BringBee

Der nachbarschaftliche Mitbringservice für deine Einkäufe

The Customer & Leadership Blog

provocative conversations: questioning conventional wisdom / stimulating original thinking

Mike Schwede

People talking to each other, it just happens to be online!

Collaborative Consumption

shareconomy, mobility and related topics

%d Bloggern gefällt das: