Kann Shareconomy die Machtverhältnisse der Wirtschaft ändern?

Ein paar launische Gedanken zum Anfang.

Shareconomy wurde als Begriff – so glaube ich zu wissen – zum ersten Mal an der CEBIT2013 richtig publik gemacht. Zu denken gibt mir der Umstand, dass ein derartiger Begriff einmal mehr von der Technologiewelt aufgegriffen und geprägt wird. Es kommt wir fast wie ein „déjà vu“ vor, wenn ich an CRM denke. Was als Management-Paradigma gemeint ist und war, wurde in den letzten 10 Jahren zu Software-Suiten reduziert. Mit dem Erfolg, welchen man ja kennt.

Zum eigentlichen Thema.

Die Voraussetzungen, um den Begriff “Shareconomy”  mit Inhalten Imagezu füllen, sind heute wohl wesentlich besser als es sich der Ökonom Martin Lawrence Weitzman in den 1980er Jahre vorstellen konnte. Er zählt aus gutem Grund mit seinem Werk “The Share Economy: Conquering Stagflation” zu den Ideengebern einer politischen Ökonomie des Teilens.  Jeff Jarvis hat Share Economy in seinem Buch “Mehr Transparenz wagen!” wie folgt auf den Punkt gebracht:

„Das radikal öffentliche Unternehmen ermutigt seine Angestellten, die Tools der sozialen Netze zu nutzen, direkte und offene Beziehungen mit den Kunden zu unterhalten, indem sie Fragen beantworten, sich Vorschläge anhören und umsetzen, Probleme lösen und Produkte verbessern.”

Soziale Netzwerke werden künftig eine noch viel größere Wirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft haben, weil sie die Machtverhältnisse verändern und alte Einrichtungen verdrängen.

In der Share Economy ist für Diktatoren kein Platz mehr. Die “sozialen” Webangebote vernetzen Menschen zu einer neuen, schnell wachsenden Beziehungsökonomie, welche auf dem Gegenseitigkeitsprinzip beruht:

“Hilfst du mir, so helf’ ich dir. Mit Tipps, Ratschlägen, Produkten und Ansprechpartnern“.

Dass die Internet-Konzerne, die ihre Austausch- und Kooperationsplattformen meist kostenlos zur Verfügung stellen, an ihren „Mitgliedern“ und „Kunden“ gut verdienen, sei nach Ansicht von Jeff Jarvis der beste Beweis dafür, dass eine riesige Nachfrage, die von der alten Angebotsökonomie nicht bedient wurde, nun professionell und überzeugend befriedigt wird. Allerdings muss die Netzöffentlichkeit kritisch bleiben, wenn Social Web-Anbieter wie Google oder Facebook in ihrer AGB-Politik anfangen, ihre Nutzer in einem neuen Gefängnis von Kontrolle und Zensur einzusperren.

Teilen statt Besitzen werde nicht mehr lediglich als wohltätige oder altruistische Einzelaktion oder als Instrument der Corporate Social Responsibility (CSR), sondern als Grundidee einer neuen Form der Kollaboration verstanden, bemerkt die Marketingprofessorin Heike Simmet.

Und es erfordert vor allem auf der Anbieterseite ein neues Verständnis für eine vernetzte Ökonomie, die sich über neue Maßstäbe definiert. Anwendungen werden wichtiger als Produkte. Es sind Anwendungen, die sich direkt an den spezifischen Anforderungen des Menschen ausrichten:

“Dieser Ansatz führt vom Produkt weg zur Applikation als Angelpunkt zukünftigen Erfolgs, oder anders formuliert: Es wird immer weniger darum gehen, technisches Gerät zu besitzen, und immer mehr darum, Dienste zu nutzen, on Demand, individuell zugeschnitten, komfortabel und einfach im Handling”, sagt Weisshaupt.

Politische Entscheider sollten den Prinzipien folgen, die der Ökonomie Erfolg bringen. Und der liegt in einer hervorragenden wissensbasierten Ökonomie und das schon seit langer Zeit. Die Politiker sollten auch mit Wirtschaftshistorikern reden, um sich ein klares Bild zu verschaffen.

Ob das unseren Politikern klar ist?

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Kategorien:Politische Aspekte

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