Shareconomy, Definition & Bedeutung

Ein paar launische Gedanken zum Anfang

Es ist doch immer wieder verwunderlich, dass neue Begriff immer aus dem angelsächsischen Wortschatz herkommen. Es scheint heute einfach so zu sein, dass alles was Bedeutung hat, unbedingt einen englischen Begriff haben muss.

ImageSo scheint es auch mit diesem Trend, welcher seit einigen Monaten in aller Munde liegt. Man findet bereits – leider – die ersten Softwarefirmen, welche schon die ersten „shareconomy-Lösungen“ vermarkten.

Dabei geht es hier sicherlich nicht nur um Softwarelösungen, sondern vor allem um eine Verhaltensänderung resp. ein Wertewandel.

Zum eigentlichen Thema

Der Begriff Share Economy wurde von Harvard-Ökonom Martin Weitzmann geprägt und besagt im Kern, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, umso mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Siehe dazu sein Buch

  • Martin Weitzman: The share economy: Conquering Stagflation, reprint, Harvard Publication Press, Boston 1984, ISBN 978-0-674-80583-5.

In der jüngeren Vergangenheit gewann der Begriff insbesondere in Hinblick auf das Internet eine weitere Bedeutung, als dass Inhalte und Wissen zunehmend nicht mehr nur konsumiert, sondern mit Hilfe von Web2.0-Technologien weiterverbreitet werden.

Der Begriff „Shareconomy“ kann aus verschiedensten Perspektiven betrachtet werden. Je nach Blickwinkel verändert sich auch die Bedeutung des Begriffes.

Der Einfachheit halber zitiere ich hier www.wikipedia.org:

Bedeutung nach Weitzmann

In seiner ursprünglichen Definition bezieht sich Share Economy auf die Untersuchungen von Martin Weitzman zur Frage, ob innerhalb eines Unternehmens feste oder erfolgsbezogene Vergütungen zu einer höheren Wohlfahrt führen. In diesem Gebiet hat bereits 1976 der US-Ökonom Michael Jensen geforscht, besondere Berücksichtigung bei Weitzmann finden aber im Gegensatz zu Jensens Ansatz konjunkturelle Aspekte. Demzufolge sei eine Wirtschaft, in der erfolgsabhängige Vergütungen gezahlt werden, bei einem Konjunkturabschwung besser in der Lage, Arbeitslosigkeit zu verhindern, da sich die Arbeitskosten dynamisch der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers anpassen. Es entstehe nicht die Schwierigkeit, dass bei fixen Personalkosten und sinkenden Umsätzen Personal abgebaut werden müsse, um den Umsatzrückgang auszugleichen. So verbessere sich auch die Allokation von Arbeitskräften, da Mitarbeiter bei sinkender Vergütung infolge sinkender Gewinne ihres Arbeitgebers aus Eigeninteresse das Unternehmen verlassen, wenn sie in einem Unternehmen mit höherem Gewinn und daher besserer Vergütung einen Arbeitsplatz erhalten können.

Bedeutung im Internet

Im Jahr 2009 wurde im Zusammenhang mit der von Sinnerschrader veranstalteten „next09“-Konferenz der Begriff Share Economy zunehmend auch in Bezug auf das Internet verwendet. Dabei meint Share Economy hier, dass Inhalte und Wissen nicht mehr ausschließlich durch den Rezipienten konsumiert werden, sondern Rezipienten zunehmend auch zu Distributoren werden. Dabei ist sowohl eine one-to-one Teilprozess denkbar, zum Beispiel durch das Versenden eines Artikels per E-Mail, ein one-to-many Teilprozess, in dem ein Einzelner via Twitter oder Facebook einen Artikel oder Wissen teilt oder ein many-to-many-Prozess, bei dem viele mit vielen ihr Wissen teilen. Dies geschieht zum Beispiel im Rahmen von Wikipedia. Dieser Vorgang wurde bereits mit dem Begriff Wikinomics von Don Tapscott beschrieben. Share Economy gilt inzwischen als elementarer Bestandteil des Web 2.0 und als wichtiger Trend für alle, die im WWW Wissen und Inhalte erstellen.

Bedeutung in der Wirtschaft

Gebrauchsgüter werden nicht mehr nur gekauft und genutzt sondern gemeinsam gekauft oder gemeinsam benutzt oder verliehen (Sharing). Dies betrifft z. B. Formen der Mobilität (Carsharing) oder Musikportale, wo es um die zeitlich begrenzte Nutzung von Musikstücken geht, nicht um das Besitzen. Seit 2005 gibt es Trends beim Teilen von Land (Gardensharing als Form des Landsharing) und auch bei Software (wo es von umfassenden Paketen zu Teillösungen aus der Cloud geht). Offen ist die Diskussion um ein internationales Nutzungsrecht. Bisher gibt es nur nationale Insellösungen, die für die globalisierte Wirtschaft nicht förderlich sein können.

Die CeBIT machte „Shareconomy“ 2013  zu ihrem Leitthema und unterstreicht die Zunahme der Bedeutung von Sharing das sich über Internetplattformen organisiert.  Dieses gemeinsame Nutzen, Tauschen und Verleihen hat seit 2005 stark zugenommen. Mittlerweile gibt es im Sharing-Bereich viele neue Formen, die immer weiter wachsen. Größere Bereiche sind: Wohnungssharing, Booksharing, Tauschbörsen, Verleih-und Verschenkbörsen, Coworking oder das Sharing von Finanzen & Versicherungen.

Es gibt mittlerweile einige interessante Untersuchungen zum Thema, welche u.a. der Frage nachgingen „was teilt man heute und was will man gar nicht teilen“. Mehr dazu beim nächsten Mal.
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Kategorien:Definition Shareconomy

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2 replies

  1. Danke für diese Präzisierung

Trackbacks

  1. Teilen statt besitzen: Sharing Economy. | Notch Interactive

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